Tennis in der Schule

Das Projekt „Tennis in der Schule“ am Immanuel- Kant-Gymnasium Leipzig

Das Immanuel-Kant-Gymnasium und die SG LVB e.V. (Abteilung Tennis) starteten mit Beginn des Schuljahres 2013/14 das Projekt „Tennis in der Schule“.

Schulprojekt 2013-2015

Im Jahr 2013 begannen wir mit zwei ausgewählten 5. Klassen. Während des obligatorischen Sportunterrichts wurde, parallel zu den „normalen“ Sportarten, das ganze Schuljahr über Tennis geübt und gespielt. So kamen in diesem Jahr 56 Schüler durch dieses Projekt mit unserem Sport in Berührung.

Viele Schüler nutzten das ergänzende Ganztagesangebot Tennis auch am Nachmittag. Schon im ersten Jahr konnten wir mit einer Schulmannschaft erfolgreich am Wettspielbetrieb des Sächsischen Tennis Verbandes teilnehmen. Zu unserer Freude wurde die Schulauswahl unseres Gymnasiums in ihrer Altersklasse  Landessieger im Wettbewerb der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“.

Schulprojekt 2015-2018 – Die Tennisklasse

Aus den überaus guten Erfahrungen heraus, die wir gesammelt hatten und der Tatsache, dass unser Projekt auch großzügige Unterstützung durch die Schulleitung des Leipziger Kant-Gymnasiums erfährt, entschlossen wir uns, den nächsten Schritt zu wagen: Im Schuljahr 2015/16 wurde  eine „Tennisklasse“ gegründet.

Im Rahmen der Schulaufnahme konnten die Kinder, die sich um Aufnahme am Kantgymnasium  bewarben, signalisieren, dass sie gern in die Tennisklasse aufgenommen werden wollen. Von den 124 Bewerbern taten dies immerhin 39 Schülerinnen bzw. Schüler, von denen nur 28 ausgewählt werden konnten. Im Vorfeld propagierten wir (so z.B. am Tag der offenen Tür), dass sich unser Angebot an sportlich interessierte Kinder richtet, insbesondere an die, die „ihre“ Sportart noch nicht gefunden haben, es wurde also keinen Wert auf tennisspezifische Vorkenntnisse gelegt.
Das Besondere: wir sind die einzige „Tennisklasse“ Deutschlands, d.h. Tennistraining wird in den Schulunterricht integriert.

Im Laufe der nächsten zwei Schuljahre intensivierten wir unsere Aktivitäten: so fanden neben dem Schulunterricht (einmal pro Woche 90 min.) und einem GTA-Angebot (zweimal pro Woche jeweils 2 Stunden) Klassenfahrten mit integriertem Tennisunterricht in das Ostseebad Zinnowitz, nach Naumburg und nach Oranienburg, Trainings- und Wettkampfveranstaltungen im Winter und im Sommer, ein Projekttag auf der Tennisanlage, die erfolgreiche Teilnahme an jährlichen Wettbewerben „Jugend trainiert für Olympia“ und die Teilnahme am Wettspielbetrieb des Sächsischen Tennis Verbandes mit einer Schulmannschaft statt. Zugleich bestand im Winter und im Sommer die Möglichkeit, gegen Gebühr am Vereinstraining und an zwei Trainingscamps in den Sommerferien teilzunehmen. Dieses Angebot wurde von vielen Kindern wahrgenommen.

Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“, Chemnitz 28.6.2018
2 x 2. Platz, 1 x 3. Platz

Fritz-Kütemeyer-Ehrenpreis 2016 geht nach Sachsen

Am 22.August 2016 erhielt das Immanuel-Kant-Gymnasium in Leipzig für Ihr Konzept „Tennis in der Schule“ den Fritz-Kütemeyer-Ehrenpreis des Deutschen Tennis-Bundes, der jedes Jahr das beste Schultennis-Projekt auszeichnet.

Auf der Anlage der Tennisabteilung der Sportgemeinschaft Leipziger Verkehrsbetriebe e.V. (SG LVB ) erfolgte die Preisverleihung durch den DTB- Schultennisreferenten Christian Efler. In seinem Grußwort betonte er „dieses Projekt kann für sächsische Schulen und Tennisvereine genauso Vorbildfunktion haben wie für Kooperationswillige im übrigen Bundesgebiet. Besonders der sozial-integrative Aspekt sollte Beachtung finden, da der Tennissport über den Klassenverband und somit als Gruppenerlebnis angeboten wird“.

Der Tennis- Abteilungsleiter Andreas Pietsch  zeigte sich vor allem über die Möglichkeit der Mitgliedergewinnung erfreut: „so bekommen wir über die Schulkooperation Nachwuchs für unsere Tennismannschaften im Jugendbereich. Gestartet sind wir dieses Jahr mit einer Schulmannschaft bei der Verbandsrunde“.

„Die Schulleitung steht ebenfalls vorbehaltlos hinter dieser Kooperation“, fügte Schulleiterin Heike Palluch hinzu und freut sich darüber, dass dieses Bewegungsprogramm der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schüler (innen) außerordentlich zuträglich sei. Vertreter der Schulbehörde und der Schultennisreferent des STV Mathias Gerhardt sind bestrebt und überzeugt, dass dieses Modell Nachahmer finden werde.

Initiatoren der Kooperation zwischen Gymnasium und dem Verein waren der Sportlehrer Henry Voll und der Tennistrainer Steffen Fiedler. Ihre Grundidee war die Förderung von Fitness und Konzentrationsfähigkeit der Schüler und die Stärkung ihrer sozialen Kompetenzen und Umgangsformen. „Viele Kinder sind sehr talentiert, das freut uns natürlich. Aber der Leistungsgedanke ist nicht vordergründig. Es geht vielmehr um das gemeinsame Hobby, das den Klassenzusammenhalt enorm stärkt“ ergänzte Henry Voll.

Die Schüler sind Feuer und Flamme für das Projekt. „Es ist cool, Tennis in der Schule spielen zu können. Wir haben schon sehr viel in der kurzen Zeit gelernt, weil uns alles so gut erklärt wird“ schwärmt die elfjährige Hanna. „Es gibt eigentlich keinen Tag, an dem ich nicht Lust auf das Training habe“ meint der ebenfalls 11-jährige Mika.

„ Tennis ist eben eine Sportart die Kindern großen Spaß und alle zu Gewinnern macht!“

Resümee vom Tennistrainer

Schulprojekt 2018-2021

Im Rahmen eines Eröffnungs- / Abschlussfestes der Klassen 5-8 am 18. August 2018 mit 35 Teilnehmern führte die „alte“ Tennisklasse die „neue “Tennisklasse“ in die Grundlagen des Tennissports ein. Im September wurde an der Ostsee geübt.

Am 27.6.2019 beim Landesfinale Sachsen „Jugend trainiert für Olympia“ qualifizierte sich unser Team für das Bundesfinale in Berlin. Mit einem 4-tägigen Trainingslager bereiteten wir uns optimal auf diesen Höhepunkt vor.

Das Herbstfinale fand vom 21.-26.9. in Berlin statt.

Ein großes Event mit insgesamt mehr als 12.500 Menschen vor Ort, darunter ca. 4.000 sportliche Talente in zehn Sportarten. Mittendrin statt nur dabei, Erfahrungen sammeln und olympische Momente sammeln – wie z.B. der Einmarsch aller Teilnehmer ins Olympiastadion mit der Eröffnungsrede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier .

Unsere Schulmannschaft mit Georg Passin, Fabian Weymar, Hayate Dahlberg, Johannes Diestel, Bruno Kleemann und Kimi Opitz konnten richtig gut mitmischen und erkämpften nach einem großartigen Erfolg gegen Thüringen einen sehr guten 12. Platz.

Ziele für 2021

Filmaufnahmen über die Entwicklung unseres Schulprojektes

Film auf YouTube

Auch 2020 ist unser Ziel die Teilnahme am Bundesfinale. Dafür wurde im Winter 2019/20 ein Adventsturnier veranstaltet und das Tennis-Wintertraining im Sportpark Zwenkau integriert.

Ab 2021 startet dann eine neue 5.Klasse in das Schulprojekt „Tennis in der Schule“.

UPDATE

Leider machte uns „CORONA“ einen großen Strich durch unsere Pläne- kein „Jugend trainiert für Olympia“, die Tennishallen blieben im Winter geschlossen und auch GTA wurde gestrichen.

Einen Höhepunkt gab es dank der Initiative von unserem Sportlehrer Henry Voll doch noch- eine vollauf gelungene Klassenfahrt im Juni 2021 nach Zinnowitz. Acht Tennisstunden auf der schönen Zinnowitzer Tennisanlage, ein Ausflug  ins Historisch- technische Museum Peenemünde , ein Fußball- Abend ( Deutschland gegen Ungarn) und sehr schöne Momente am Strand mit baden vor dem Frühstück und sensationellen Sonnenuntergängen.

Unsere Tennisklasse bekam im Deutsch- Unterricht die Aufgabe den Eltern der neuen 5.Klassen zu erklären, warum sie Ihre Kinder in der neuen Tennisklasse anmelden sollten.

Hier ein Beispiel:

Runter vom Sofa- Ran an den Ball

Aller drei Jahre stellt sich die Frage: Tennisklasse oder nicht. Ich hatte meine Entscheidung damals schnell getroffen und bereue sie bis heute nicht.

1-2 mal die Woche Tennis-GTA, tolle Trainingsfahrten an die Ostsee und eine umso besser zusammenhaltende Klasse. Also um es auf den Punkt zu bringen: eine Ablehnung ist unakzeptabel. Ihr Kind wäre an der frischen Luft, es würde sich sportlich betätigen, könnte eine neue Leidenschaft entwickeln und dazu hätten Sie mehr sturmfrei zuhause.

Natürlich ist mit der Zeit eine Investition in den Tennisschläger nötig, aber wenn wir mal ehrlich sind: Was ist schon ein Tennisschläger im Vergleich zu kostenlosen Trainingseinheiten. Nach 1 oder 2 Jahren könnte ihr Kind auch an Turnieren teilnehmen und eventuell sogar einen Pokal zur Dekoration Ihres Wohnzimmers beisteuern.

Was für viele Lehrerinnen und Lehrer eher Schwierigkeiten aufbringt, ist für Ihr Kind ein absoluter Vorteil. Durch das gemeinsame Tennisspielen entwickelt sich mit der Zeit eine außergewöhnliche Klassengemeinschaft in der jeder mit jedem gut klarkommt und somit sich auch im Unterricht jeder miteinander unterhalten kann. Also alles nochmal zusammengefasst: Runter vom Sofa und melden Sie ihr Kind bei der einzigartigsten Klasse des Immanuel- Kant Gymnasiums an.

Ich verspreche Ihnen, Sie werden es nicht bereuen I

Lene Charlotte Böhme  Klasse 7 d